So löst die deine Glaubenssätze wirklich auf:

02.03.2021

Du bist was du denkst.

„Ich bin erschöpft, müde und überfordert…Und was mache ich? Ich mache natürlich weiter…“, so oder so ähnlich kommen Klienten in meine Praxis. Sie sind erledigt und wissen nicht was sie tun können. „Mir kann sowieso keiner helfen?“, sind oft die Ausreden, die meine Klienten schützend über sich legen.

Die Frage ist doch, wieso lassen wir es überhaupt so weit kommen? Warum hören wir denn nicht auf unsere innere Stimme die sagt: „Du brauchst eine Pause.“, stattdessen glauben wir der Stimme im Ohr mehr, denn diese sagt: „Du kannst eh nichts ändern, du hast dir das Leben eben so ausgesucht, keiner kann dir helfen. Mach weiter, du Versager!“.

Um die Frage des „Wieso?“ beantworten zu können müssen wir unsere Glaubenssätze anschauen.

Glaubenssätze sind unsere „Wahrheiten“ wir tragen sie in uns herum und halten sie für echt. Es sind Sätze, die wir glauben. Sie beeinflussen unser Denken, Fühlen und Handeln. Für uns sind sie echt und wir können uns nur schwer vorstellen, dass andere Personen diese „eine Wahrheit“ nicht umgibt und glauben, sie wollen diese nicht sehen. Wir sehen die Welt mit den Augen unserer Glaubenssätze. Sie können uns bekräftigen und stärken, aber auch ausbremsen und einschränken.

Positive Glaubenssätze können sein: „Ich bin stark, ich habe so viel in meinem Leben geschafft.“, „Ich bin ein toller Teamplayer.“, „Ich bin ein kluger Kopf. Ich finde einen Job, der zu mir passt.“.

Negative Glaubenssätze können sein: „Ich bin sowieso immer nur der Depp.“, „Ich arbeite so langsam ich werde nie einen guten Job finden.“, „Ich bin einfach ein schlechter Teamplayer, mich will sicher keiner im Team haben.“.

Woher kommen die Glaubenssätze? Wir übernehmen diese von Personen, zu denen wir aufschauen und /oder mit denen wir viel Zeit verbracht haben. Zumeist als erstes die eigenen Eltern. Aber auch Geschwister, Lehrer, Großeltern. Auch nicht direkt greifbare Bezugspersonen können Glaubenssätze auslösen, z.B. wenn ein Elternteil plötzlich nicht mehr Teil im Leben des Kindes ist.

Schon früh wollen Bezugspersonen Kindern Werte, Normen und Regeln beibringen. Oft aus Angst, dass aus den Kindern mal nichts „Gescheites“ wird. Bezugspersonen geben uns also das mit auf dem Weg was sie können/ wollen und für richtig erachten.

Wofür sich Glaubenssätze gut? Warum bildet unser Gehirn überhaupt Glaubenssätze? Wir haben eine bregenzte Ressource „Aufmerksamkeit“ und diese möchte unser Gehirn möglichst effizient nutzen und deshalb möchte es eintreffende Informationen, wie z.B. dass uns der Busfahrer nicht begrüßt hat, schnell und effektiv einordnen, damit wieder Kapzität für das nächste frei ist. So können wir eine gewisse Kontinuität und Stabilität in unser Leben bringen. Die Kapazität alles zu hinterfragen haben wir nicht, unser Gehirn ist immer dazu bestrebt effizient zu arbeiten. Glaubenssätze sichern also erstmal unser Überleben. Denn die Ressource „Aufmerksamkeit“ ist überlebenswichtig.

Wann schaden Glaubenssätze? Immer dann, wenn sie uns einschränken. Wenn sie unseren Selbstwert definieren und wir nicht mehr sein können, was und wie wir wollen, sondern uns von ihnen lenken lassen. Wenn sie uns daran hindern, unsere Ziele und Wünsche zu erreichen. Wenn (Liebes-)Beziehungen schwierig werden, wenn wir Probleme im Job bekommen, wenn wir sie an unsere Kinder unreflektiert weitergeben. Wenn wir in Situationen verharren, die uns nicht guttun. (Ein Job, der uns unglücklich macht, aus Angst nicht gut genug für einen Neuen zu sein. Eine Beziehung, in der man bleibt, aus Angst, man habe es nicht anders verdient geliebt zu werden. Etc.).

Wenn wir diese Situtionen und Ansichten nicht hinterfragen, können wir uns nicht bewegen und es kommt zum Stillstand oder Verschlechterung.

Wie kann ich Glaubenssätze auflösen? Wenn das so einfach wäre, dann würde wohl keiner unnötig welche herumtragen. Das Loslassen ist schwer, denn wir halten unsere Glaubenssätze für die Wahrheit. Zusätzlich verhalten wir uns dann so, dass wir unsere Glaubenssätze bestätigt bekommen. Verhalten uns z.B. in einer Beziehung so, dass der/die PartnerIn wirklich irgendwann unfair zu uns wird und schon werden wir darin bestätigt „Ich bin nicht gut geug, um geliebt zu werden.“.

Wir sehen was wir sehen wollen. Wir glauben was wir denken. Damit du Glaubenssätze loswerden kannst, musst du sie ans erstes identifizieren, anschließend darfst du sie würdigen. Das klingt vielleicht komisch, aber so ist es. Irgendwann waren sie für irgendetwas gut und das war damals gut und deswegen darfst du sie würdigen. Aber dann darfst du anfangen sie anzuzweifeln. Damals waren sie gut, aber sind die das heute immer noch? Ist dieser Satz überhaupt wahr? Prüfe deine Glaubenssätze auf Richtigkeit. Begib dich auf Wahrheitssuche und fokussiere dich NICHT auf deine eigene Interpretation. Als nächsten Schritt formulierst du neue Gaubenssätze für dich. „Ich bin ein guter Teamplayer, auch wenn ich gern mal für mich allein arbeite.“ Und dann lasse den alten Glaubenssatz los, er wird nicht mehr benötigt. Beobachte dich in Momenten, in denen er erneut hochkommt und mache dir den neuen Glaubenssatz bewusst, um dann erneut an die Bewertung der betreffenden Situation heranzugehen.

So erreichst du deine Ziele wirklich:

02.03.2021

 

Mit den Zielen ist es so eine Sache. Es ist wichtig sich Ziele zu setzen, um sich weiter zu entwickeln, damit du nicht stehenbleibst. Es geht NICHT darum sich zu perfektionieren, sondern um deine persönliche Entwicklung. Denn wir entwickeln uns alle weiter, immer zu, aber du entscheidest in welche Richtung. Hast du denn Ziele in deinem Leben? Weißt du, wohin du möchtest? In Vorstellungsgesprächen wird oft gefragt, wo man sich in fünf Jahren sieht und wüsstest du denn eine Antwort darauf? Wo siehst du dich in fünf Jahren? Wirst du ein Haus und Kinder haben? Wirst du verheiratet sein oder geschieden? Wo willst du beruflich hin, willst du vorankommen oder bist du glücklich, wo du jetzt bist? Kennst du deine Ziele?

Denn das ist der erste Step, definiere deine eigenen Ziele. Und das machst du möglichst genau. Sich einfach nur vorzustellen, dass man irgendwann sportlich sein möchte ist zu ungenau. Wann möchtest du was können? Was willst du erreichen? Möchtest du dadurch abnehmen, willst du an einem Lauf mitmachen? Ich persönlich möchte bis Ende August dieses Jahrs fit genug sein an einem Run teilzunehmen. Ich habe mich angemeldet. Es handelt sich um einen 6km Run mit Hindernissen. Ich habe mir vorgenommen körperlich so sportlich bis dahin zu sein, dass ich meine Teammitglieder nicht aufhalte, sondern mitziehen kann.

Der zweite Step für dein Ziel ist, sich zu fragen: Was ist der erste Schritt, den ich jetzt tun kann? Was benötige ich dafür? Wie komme ich an mein Ziel, wie sieht der Weg aus. Ich teile den großen Weg „sportlich werden“ auf in kleine Teilbereiche. Ich möchte 6km durchlaufen können, also muss ich wahrscheinlich joggen gehen. Aber Joggen, ist gar nicht mein erster Schritt gewesen. Mein erster Schritt, den ich gegangen bin, war mein Mindset zu verändern. Ich habe mich gefragt, was brauche ich, damit ich mich motiveren kann mehrmals die Woche joggen zu gehen. Mehrmals die Woche Sport zu machen.

Ich habe mich gefragt, was bringt mir mein Ziel?

Also was bringt es dir, dein Ziel zu verfolgen? Bringt es dir Geld und somit mehr Freiheit, wenn du beruflich mehr Erfolg hast? Was bringt es dir ein Haus zu besitzen? Wird dir dadurch dein Alltag erleichtert? Und woran merkst du, jetzt mache ich den ersten Schritt?

Mein erster Schritt kam total überraschend. Ich stand in der Küche und unterhielt mich mit einem guten Freund. Wir aßen gerade, also wir taten nichts, das ich direkt mit Sportlichkeit in Verbindung bringen würde. Und er sagte etwas, von dem ich gar nicht mehr weiß, was es genau war. Ich spürte aber wie es in meinem Kopf „Klick“ machte. Ich hatte auf einmal den Gedanken im Kopf, der mich nicht los ließ: Ich bin es mir wert. Ich bin es mir wert sportlich und fit zu sein. Für mich! Für meinen Körper, für meine Gesundheit. Ich bin mir selbst wichtig.

In meinem Kopf wandelte sich etwas. Etwas, das ich nur mir selbst geben konnte. Der Impuls kam von außen und das darf er auch, aber du musst es in dir selbst spüren. Dein Blick auf dich selbst verändert sich. Und das kann dir keiner geben, außer du selbst.

Das war der erste Schritt, den ich gegangen bin. Wie von selbst änderte sich mein Hungergefühl. Ich bekam Lust auf Salat, statt Pizza und ich hatte Lust mich zu bewegen. Am nächsten Tag wachte ich auf, zog meine Laufschuhe an und lief los. Das ist 8 Monate her, ich gehe immer noch 3 mal die Woche laufen, mache zusätzlich noch anderen Sport und ernähre mich gesund und ausgewogen.

Step 3: Und wie erreichst du deine Ziele dann am Ende? Du musst wissen, in der Mitte des Weges wird es noch einmal wirklich schwer. Es stellt sich ein Plateau ein auf der Kurve der Weiterentwicklung. Dein Mindset hat sich verändert, aber du dann kommen Dinge dazwischen und der Alltag stellt sich wieder ein. Wie kommst du über dieses Plateau hinweg?

Wichtig ist, überhaupt mal zu wissen, dass es dieses Plateau gibt. Dass es jeden trifft, dass es normal ist und dass das nicht bedeutet, dass du gescheitert bist. Es bedeutet eigentlich das Gegenteil, es läuft gerade alles richtig und immer wenn du denkst: „Jetzt läuft irgendwie gerade gar nichts“, passiert oft am Meisten. Versuche, trotz der Gefühle, die da oft hochkommen wahrzunehmen. Akzeptiere es und fokussiere dich dennoch auf das was zu erreichen willst. Stillstand ist in Ordnung. Das braucht es. Aber richte deinen Blick immer wieder auf dein Ziel. Schaue dort hin, wo du hin möchtest, dann geht es auch in diese Richtung weiter. Auch ich habe in den letzten Monaten Zeiten gehabt, in denen ich nicht Joggen war oder Sport gemacht habe. Eine dauerte drei Wochen, die andere sogar vier. Das war okay. Das hatte ich gebraucht. Aber ich habe wieder angefangen und das ist nicht immer einfach, aber ich weiß, was mein Ziel ist. Ich weiß, was ich erreichen möchte und ich vertraue mir, dass ich das kann. Das solltest du auch. Glaube an dich. Nehme dich selbst wichtig und vertraue auf deine Kompetenz, auf deine Ausdauer, dass du schaffst, was du dir vornimmst.

Wenn du Unterstützung brauchst deine Ziele zu definieren, deinen ersten Schritt zu machen oder möchtest, dass dich jemand dabei begleitet, dann scheue dich nicht und kontaktiere mich unverbindlich über meine Kontaktdaten hier auf der Webseite. Ein kostenloses Erstgespräch per Telefon oder E-Mail ist für mich selbstverständlich.

Weltfrauentag und warum es Blödsinn ist uns Blumen zu schenken

08.03.2021

 

Heute ist Weltfrauentag und viele Frauen bekommen an diesem Tag Blumen geschenkt. Aber warum ist das so problematisch? Nicht die Blumen sind das Problem, sondern die Ignoranz der Kernthematik. Der Weltfrauentag entstand ursprünglich als Symbol für gleichberechtigung, gegen das Patriachart. Aber darüber spricht an diesem Tag kaum jemand. Es reicht nicht seinen Mitarbeiterinnen Blumen zu schenken, aber nicht über gleiche Bezahlung zu reden. Es reicht nicht seiner Frau Blumen zu schenken, aber nicht über gleichberechtigte Care-Arbeit zu reden. Es reicht nicht der Mutter seiner Kinder Blumen zu überreichen, aber traditionelle Rollenbilder in der Erziehung der eigenen Kinder beibehält.

Die Auswirkungen des Patriacharts und die noch immer nicht gelebte, aber längst gesetzlich verankerte, Gleichberechtigung müssen thematisiert werden. Nicht nur Frauen leiden darunter, auch die Männer, denn auch diese sind dadurch als Individuum eingeschränkt. Diese tiefen strukturellen Probleme müssen angesprochen werden und das nicht nur heute. Weltweit gehen jedes Jahr an diesem Tag (wenn nicht grad eine Pandemie herrscht) Frauen auf die Straße, um für Gleichberechtigung zu kämpfen. Aber wir müssen immer darüber reden, jeden Tag! Und das ist mühselig und anstrengend und verlangt oft viel ab.

Aber eine Blume sorgt dafür, dass wir uns nicht damit auseinandersetzen. Die Frauen fühlen sich, als hätten sie etwas bekommen und jetzt müssen sie dankbar und glücklich sein und die Männer fühlen sich besser, denn sie haben ja etwas getan. Nicht viel, aber es reicht, um sich gut zu fühlen. Und dann ist das Thema wieder erledigt. Und wir warten geduldig auf den nächsten Frauentag. Ihr müsst für die Blume und die damit meist einhergehende Ignoranz nicht gut fühlen, ihr dürft trotzdem den Mund auf machen. Und das an jedem einzelnen Tag.

Ich wünsche dennoch, einen schönen Tag, feiere dich selbst. Deine Stärke, dein Leben, deine Kraft.

Und wenn du an dir zweifelst, Sorgen hast oder nicht so recht weißt was los ist, zögere nicht und kontaktiere mich gerne entweder über meine Telefonnummer oder meine E-Mailadresse. Gerne berate ich dich, gerne coache ich dich. Entweder persönlich in meiner Praxis für Familienberatung in Herzogenaurach oder Online z.B. über Zoom.

Du bist wichtig

02.12.2020

Du bist wichtig. Einfach so, ohne, dass du etwas dafür tun musst. Und zwar bist du für dich selbst wichtig und diese wichtige Erkenntnis kann dir keiner abnehmen. Du musst nicht als letztes kommen und du musst dich nicht hinten anstellen. Alle Bedürfnisse aller Familienmitglieder sind wichtig. Natürlich muss erst das weinende Baby gefüttert werden und natürlich macht es Sinn erst das Kleinkind ins Bett zu bringen, bevor man es sich auf der Couch bewuem macht. Aber, du musst danach keine Wäsche machen, der Große darf auch mal zu Papa gehen, obwohl er nach Mama schreit und wenn du Hunger hast, dann musst du das nicht aufschieben. Es darf dir gut gehen. Das ist vielen nicht bewusst. Das hier ist dein Leben, dein Alltag. Es geht nicht darum, ihn schnell hinter sich zu bringen. Dem Tagesende entgegen sehnen oder dem Wochenende. Du darfst dir deinen Alltag so gestalten, dass es dir gut dabei geht. Hole dir Unterstützung und zwar in der Form in der du sie benötigst. Brauchst du eine Putzhile? Dann schau, dann besorge dir eine. Brauchst du jemanden der die Kinder nimmt? Es gibt Babysitter. Brauchst du jemand der dir zuhört? Der deine Probleme ernst nimmt, bei dem du alles abladen kannst? Dann buche dir ein Coaching bzw. eine Beratung. Du darfst das! Schaffe dir Zeit für dich. Es ist legitim ein Powernapping zu machen, es ist okay allein spazieren gehen zu wollen und es ist in Ordnung, seinen Kaffee in Ruhe trinken zu wollen. Nimm dir diese Zeit. Habe keine Angst vor Veränderungen. Das Leben verändert sich andauernd. Du kannst diese Veränderungen herbeiführen oder Angst vor Ihnen haben. Aber die Angst schützt nicht davor, dass das Leben weiter geht. Nimm es in die Hand. Treffe Entscheidungen, auch die, die Konsequenzen haben. Denn das bestärkt dich in deiner Selbstwirksamkeit. Selbstwirksam zu bleiben fördert den Selbstwert, das Gefühl der Kontrolle über das eigene Leben. Wenn du keine Entscheidungen triffst, dann tut es jemand anderes für dich und das ist meistens nicht das, was du dir gewünscht hast.

Was ist ein
Psychiater, Psychotherapeut und psychologischer Berater?

19.12.2020

 

Sich Unterstützung zu suchen und Hilfe anzunehmen bereitet den meisten Menschen Schwierigkeiten. Dies liegt unter anderem auch an dem fehlenden Wissen, was es für Hilfen gibt und mit welchem Problem man sich wohin wenden kann. Ich möchte versuchen einen kleinen Überblick zu verschaffen.

Mit der menschlichen Psyche befassen sich viele Berufsgruppen. So haben die meisten schon von Psychiatern/innen, Psychotherapeuten/innen und psychologischen Beratern/innen gehört, wissen aber nicht so genau wer nun was macht und für was zuständig ist.

Zum einen gibt es Psychiater/Innen. Das sind (Fach)Ärzte/Innen. Diese Personen haben Humanmedizin studiert und dann Ihre Facharztausbildung als Psychater/In und Psychotherapie absolviert. Sie dürfen Medikamente verordnen, (körperliche) Untersuchungen durchführen und psychische Erkrankungen diagnostizieren und behandeln. Ein/e Psychiater/in bietet meistens keine Psychotherapie an sich an (aber dürfte es), sondern ist eher für die Diagnostik und die Behandlung (z.B. medikamentös) zuständig.  Er/ Sie arbeitet aber zumeist eng mit Psychotherapeuten/innen zusammen.

Die Berufsbezeichnung Psychotherapeut ist eine geschützte Berufsbezeichnung und darf nicht von jedem verwendet werden. Psychotherapeuten haben Psychologie studiert und danach eine mehrjährige psychotherapeutische Ausbildung absolviert. Dann dürfen sie sich psychologischer Psychotherapeut nennen. Sie sind zuständig für die Diagnostik und Psychotherapie von psychischen Erkrankungen, also zum Beispiel Depressionen, Zwangsstörungen oder Essstörungen. Sie behandeln ihre Patienten mit z.B. Verhaltenstherapie. Tiefenpsychologische, analytische und systemische Therapie ist ebenfalls wissenschaftlich anerkannt und wird bei approbierten (staatlich zugelassenen) Psychtherapeuten von der Krankenkasse bezahlt. Psychotherapeuten dürfen keine Medikamente verordnen. Neu ist, dass wir uns gerade in einer Übergangsphase befinden, denn seit Kurzem gibt es auch den Studiengang Psychotherapie, der die oben genannte Ausbildung ablösen soll.

Zusätzlich zu den von der Krankenkasse bezahlten Möglichkeiten gibt es auch die Möglichkeit seine Behandlung selbst zu bezahlen. Dies geht entweder über privat zu zahlenden Psychotherapeuten (diese haben beispielsweise keine Kassenzulassung, die sehr rar vergeben wird, erhalten und arbeiten deshalb in ihrer Privatpraxis).

Wer auch psychische Erkrankungen diagnostizieren und behandeln darf sind Heilpraktiker für Psychotherapie. Diese Personen haben eine schriftliche und mündliche Prüfung beim zuständigen Gesundheitsamt abgelegt. Heilpraktiker für Psychotherapie werden von den Patienten selbst bezahlt. Leider stehen diese immer wieder stark in der Kritik. Was mir unverständlich ist. Die meisten haben eine sehr fundierte Ausbildung, ein Therapieverfahren gelernt und sind in permanenter Fortbildung. Sie sind sich ihrer Grenzen bewusst und können oft, durch die Wahlfreiheit der Therapiemethode, sehr hilfreiche Therapien anwenden. Diese Flexibilität haben kassenzugelassene Psychotherapeuten nicht. Außerdem können sie die Dauer und Länge der Therapie individuell an den Bedarf des Patienten anpassen und müssen sich nicht an die Vorgaben der Krankenkassen halten. Dies kann enorme Vorteile für den Patienten bringen. Wie auch unter Ärzten und Psychotherapeuten gibt es auch hier schwarze Schafe, weshalb es immer ratsam ist, sich zu erkundigen. Auch Heilpraktiker für Psychotherapie dürfen keine Medikamente verordnen oder körperliche Untersuchungen durchführen.

Zusätzlich zu diesen drei Berufsgruppen, die hauptsächlich für psychische Erkankungen, wie z.B. Depressionen, Essstörungen oder Zwangsstörungen zuständig sind, gibt es auch noch psychologische Berater und Coaches. Die Problematik an diesen Berufsgruppen ist, dass die Begriffe nicht geschützt sind. So kann sich leider jeder ohne fundierte Aus- und Fortbildung Coach oder Berater nennen. Dies bietet allerdings gleichzeitig auch enorme Vorteile, wie Flexibilität in der Arbeitsweise.

Psychologische Berater/innen bzw. Coaches sind nicht für (psychische) Krankheiten zuständig, sondern für allgemeine Schwierigkeiten, die das Leben so mit sich bringt. Und weil das sehr viele und sehr unterschiedliche sein können, haben sich die meisten auf ein Thema spezialisiert. Diese Berufsgruppe wird von dem Klienten selbst bezahlt. Hier werden die verschiedensten Themen besprochen und auf unterschiedliche Weise gelöst. Ich zum Beispiel habe mich auf Familien und Eltern spezialisiert. Alle Themen, die diesen Bereich betreffen, seien es Fragen in der Erziehung oder Themen aus der eigenen Vergangenheit, die das Familienleben beeinflussen, bei mir können diese besprochen werden. Ich arbeite mit dem systemischen Ansatz. Dieser ist wissenschaftlich anerkannt. Aber auch aktuelle Krisen, wie der aktuell geltende Lockdown aufgrund von Corona, der sehr vielen Familien aus unterschiedlichen Gründen zu schaffen macht, sind Dinge, die in diesem Rahmen besprochen werden. Es werden Lösungen gefunden, auf die man allein nicht gekommen wäre. Es werden Ressourcen aktiviert, von denen man nicht wusste. Sie können Ihr Anliegen jemanden anvertrauen. Sie müssen dazu keine psychische Erkankung haben. Trotzdem sind Sie wichtig genug, dass sich jeman Ihrer Sorgen und Probleme annimmt und Sie sind sich wichtig genug, sich Unterstützung zu holen, wenn Sie es allein nicht schaffen. Sie sind damit nicht allein. Das Leben ist schön, aber leicht ist es nicht.

Glückshormone und wie man sie austrickst:

05.11.2020

Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit und dem Lockdown light stellt sich bei vielen Menschen eine eher gedrückte Stimmung ein. Um so wichtiger ist es, sich dessen bewusst zu sein und aktiv dagegen etwas zu tun. Das ist meist gar nicht kompliziert oder schwer.

Zu den Glückshormonen zählt man Dopamin, Serotonin, Oxytocin und Endorphine. 

Dopamin: Dieser Botenstoff ist enorm wichtig für alles was mit Lernen, Belohnung und Motorik zu tun hat. Leiden wir unter Dopaminmangel kann sich das unter anderem an Motivationslosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Müdigkeit bemerkbar machen. Es kann sein, dass wir Bewegungsstörungen haben, was sich z.B. in der Koordiantion von Armen und Beinen wiederspiegelt. Dopamin wird ebenso ausgeschüttet, wenn es um Belohnung geht. So können wir unseren Körper ein klein wenig austricksen, in dem wir uns kleine Zwischenziele stecken, die viel leichter und öfter erreicht werden, als große. Haben wir diese erreicht, sollten wir das feiern und uns belohnen. Wichtig: Eine Belohung ist nicht immer etwas zu essen;)

Auch ein sehr nützlicher Trick: Beende eine Aufgabe, die noch offen rum liegt, etwas erledigt und geschafft zu haben führt zur Dopaminausschüttung und macht uns glücklicher. Auch interessant zu wissen ist, dass der Körper je öfter er Dpomain ausschüttet, sicher eher daran erinnert und es vermehrt bildet. Lassen wir unsere Dopaminproduktion „verkümmern“, fällt es dem Körper viel schwerer und er schüttet allgemein weniger aus.

Serotonin: Wird benötigt um Informationen zu verarbeiten und weiterzuleiten, außerdem sorgt es für gute Laune und ist somit ein wichtiger Faktor für dein Wohlbefinden. Um keinen Serotoninmangel zu erleiden hilft es, wenn du dir regelmäßig Ruhezeiten gönnst und dich dabei entspannst. Gehe nach draußen und tanke viel Sonnenlicht, hilfreich kann hierbei auch eine Tageslichtlampe sein, die dir beim Aufwachen hilft oder die du für eine Stunde neben deinem Arbeitsplatz plazierst. Auch wenn das bekannt ist, kann man es nicht oft genug sagen: Eine ausgewogene Ernährung, mit viel Gemüse und Obst ist wichtig. Auch wenn die Weihnachtszeit vor der Tür steht. Regelmäßig sportliche Aktivität erhöht deinen Serotoninspiegel. Geh joggen oder wenigstens spazieren, mache ein 10 Minuten Workout oder laufe zu Fuß zum Bäcker, wichtig ist, sich regelmäßig und moderat zu bewegen, am besten an der frischen Luft. Nimm dir nicht zu große Spaziergänge oder Laufrunden vor. Es genügen 10-15 Minuten täglich.

Oxytocin: Der unter dem Namen „Kuschenhormon“ bekannte Botenstoff ist vielen im Zusammenhang einer Liebesbeziehung bekannt. Dabei ist Oxytocin für alle sozialen Bindungen wichtig. Es fördert das Vertrauen, zusätzlich reduziert es Stress und entspannt. Gerade jetzt zu Corona Zeiten, wenn menschliche Kontakte reduziert werden, hilft es vielleicht zu wissen, wie wir die Ausschüttung fördern können. Kuscheln mit dem Partner und der eigenen Kinder. Umarme deine Familie, sofern es unter den aktuellen Bedingungen vertretbar ist. Verbringe mit deiner Familie kuschlige Abende auf der Couch. Spiele und kuschel mit deinen Haustieren, streichel sie und setze dich zu ihnen. Ebenso helfen soziale Interaktionen, sei es Kontakt über Social Media, Austausch über verschiedene Messengerdienste (Textnachrichten, Sprachnachrichten, Bilder- und Videoaustausch) oder lange Telefonate mit lieben Menschen, die dir viel bedeuten. Im Übrigen fand die Universität in Bonn heraus, dass Oxytocin Männer sensibler macht und die Fähigkeit verbessert sich in andere Menschen hineinzuversetzen.

Endorphine: Für Extremsituationen und Euphorie benötigt unser Körper Endorphine. Außerdem wirken sie schmerzlindern. So werden Endorphine ausgeschüttet, wenn wir einen Unfall haben, in einer Achterbahn fahren oder auch bei sehr schönen und positiven Ereignissen. Dieser Botenstoff ist dafür verantwortlich, wenn wir uns wie in einem Rausch fühlen. In kleineren Dosen lässt er sich aber gut austricksen und wir kurbeln unsere persönliche Endorphineproduktion an, in dem wir zum Beispiel viel lächeln und lachen. Man kann sich da sehr gut selber austricksen. Lächel Menschen an, lache über Witze. Schau dir lustige Filme und Serien an und sei dir nicht zu schade lauthals mitzulachen. Schaue mit jemanen zusammen, der auch laut lacht. Geh an der frischen Luft Joggen und genieße das Glücksgefühl das sich breit macht, wenn du die kühle Luft und die leichten Sonnenstrahlen in deinem Gesicht spürst. Gönn dir ein Stück dunkle Schokolade, die unterstützt dich nämlich ebenfalls bei deiner Endorphineausschüttung.

Warum holen wir uns keine Hilfe

18.11.2020

Immer wieder kommt man in seinem Leben an einem Punkt, an dem man eigentlich genau weiß, dass man alleine nicht weiterkommt. Aber warum holen wir uns dann keine Hilfe? Warum tragen wir unsere Last und unsere Sorgen so lange mit uns herum, in der Hoffnung, dass sie von alleine wieder verschwinden?

Zum einen neigen wir dazu uns zu schämen. Bei anderen wirkt alles immer leicht und einfach und es fühlt sich an, als sei man der Einzige, der es nicht hin
bekommt. Doch so ist es nicht. Wir alle tragen unser Päckchen mit uns herum,wir alle haben Schwierigkeiten. Vielleicht jeder etwas anderes, aber im Grunde
sind wir uns alle ähnlich, irgenwo drückt meistens der Schuh. Bei anderen können wir das nur nicht erkennen, weil wir immer nur einen Teilausschnitt deren Lebens sehen können und nie alles. Das Problem dabei ist, das was wir nicht sehen können, wirkt auf uns so, als sei es nicht vorhanden. Beobachte doch deine Mitmenschen einmal ganz genau und mit wachem Auge. Wo liegen deren Probleme, die du vielleicht zuerst gar nicht gesehen hast, weil du so sehr auf eine Defizite konzentriert warst? Und selbst wenn es alle anderen doch besser hinbekommen sollten, so ist es doch legitim sich „Nachhilfe“ zu holen, damit man selbst auch besser werden kann. Es gibt keine Grund sich schlecht zu fühlen, nur weil man sich Hilfe sucht, im Gegenteil, es zeigt, dass du Verantwortung übernimmst für dein Leben.

Ein großer Punkt ist auch, dass man „ja nicht verrückt ist“. Richtig! Alle Menschen haben Höhen und Tiefen und deshalb sollte man auch nicht alle Klienten zu Patienten machen. Sich Unterstützung zu holen bedeutet nicht, dass man eine Krankheit hat. Es bedeutet, dass man etwas für sich tut. Deshalb muss man mit Problemen, die kein Krankheitsbild aufweisen auch nicht unbedingt zu einem Psychotherapeuten. Ein Coach oder ein psychologischer Berater kann eine gute Ergänzung im Leben sein, um den eigenen Weg wieder zu finden.

Wir alle kehren generell Dinge gerne unter den Teppich. Sind sie nicht sichtbar, muss man sich nicht darum kümmern. Geht man jetzt zu einem Therapeuten oder einem Berater, so müsste man dem Problem Aufmerksamkeit schenken, man kann dann nicht mehr so tun als wäre es gar nicht da. Und das kostet enorme Überwindung. Aber Dinge unter den Teppich zu kehren ist wie, nicht kochen wollen, aber den Herd anlassen. Entweder brennt alles an, oder wenns blöd kommt fackelt das ganze Haus ab. Dabei hätte man nur den Herd abdrehen müssen.