Du bist wichtig

02.12.2020

Du bist wichtig. Einfach so, ohne, dass du etwas dafür tun musst. Und zwar bist du für dich selbst wichtig und diese wichtige Erkenntnis kann dir keiner abnehmen. Du musst nicht als letztes kommen und du musst dich nicht hinten anstellen. Alle Bedürfnisse aller Familienmitglieder sind wichtig. Natürlich muss erst das weinende Baby gefüttert werden und natürlich macht es Sinn erst das Kleinkind ins Bett zu bringen, bevor man es sich auf der Couch bewuem macht. Aber, du musst danach keine Wäsche machen, der Große darf auch mal zu Papa gehen, obwohl er nach Mama schreit und wenn du Hunger hast, dann musst du das nicht aufschieben. Es darf dir gut gehen. Das ist vielen nicht bewusst. Das hier ist dein Leben, dein Alltag. Es geht nicht darum, ihn schnell hinter sich zu bringen. Dem Tagesende entgegen sehnen oder dem Wochenende. Du darfst dir deinen Alltag so gestalten, dass es dir gut dabei geht. Hole dir Unterstützung und zwar in der Form in der du sie benötigst. Brauchst du eine Putzhile? Dann schau, dann besorge dir eine. Brauchst du jemanden der die Kinder nimmt? Es gibt Babysitter. Brauchst du jemand der dir zuhört? Der deine Probleme ernst nimmt, bei dem du alles abladen kannst? Dann buche dir ein Coaching bzw. eine Beratung. Du darfst das! Schaffe dir Zeit für dich. Es ist legitim ein Powernapping zu machen, es ist okay allein spazieren gehen zu wollen und es ist in Ordnung, seinen Kaffee in Ruhe trinken zu wollen. Nimm dir diese Zeit. Habe keine Angst vor Veränderungen. Das Leben verändert sich andauernd. Du kannst diese Veränderungen herbeiführen oder Angst vor Ihnen haben. Aber die Angst schützt nicht davor, dass das Leben weiter geht. Nimm es in die Hand. Treffe Entscheidungen, auch die, die Konsequenzen haben. Denn das bestärkt dich in deiner Selbstwirksamkeit. Selbstwirksam zu bleiben fördert den Selbstwert, das Gefühl der Kontrolle über das eigene Leben. Wenn du keine Entscheidungen triffst, dann tut es jemand anderes für dich und das ist meistens nicht das, was du dir gewünscht hast.

Was ist ein
Psychiater, Psychotherapeut und psychologischer Berater?

19.12.2020

 

Sich Unterstützung zu suchen und Hilfe anzunehmen bereitet den meisten Menschen Schwierigkeiten. Dies liegt unter anderem auch an dem fehlenden Wissen, was es für Hilfen gibt und mit welchem Problem man sich wohin wenden kann. Ich möchte versuchen einen kleinen Überblick zu verschaffen.

Mit der menschlichen Psyche befassen sich viele Berufsgruppen. So haben die meisten schon von Psychiatern/innen, Psychotherapeuten/innen und psychologischen Beratern/innen gehört, wissen aber nicht so genau wer nun was macht und für was zuständig ist.

Zum einen gibt es Psychiater/Innen. Das sind (Fach)Ärzte/Innen. Diese Personen haben Humanmedizin studiert und dann Ihre Facharztausbildung als Psychater/In und Psychotherapie absolviert. Sie dürfen Medikamente verordnen, (körperliche) Untersuchungen durchführen und psychische Erkrankungen diagnostizieren und behandeln. Ein/e Psychiater/in bietet meistens keine Psychotherapie an sich an (aber dürfte es), sondern ist eher für die Diagnostik und die Behandlung (z.B. medikamentös) zuständig.  Er/ Sie arbeitet aber zumeist eng mit Psychotherapeuten/innen zusammen.

Die Berufsbezeichnung Psychotherapeut ist eine geschützte Berufsbezeichnung und darf nicht von jedem verwendet werden. Psychotherapeuten haben Psychologie studiert und danach eine mehrjährige psychotherapeutische Ausbildung absolviert. Dann dürfen sie sich psychologischer Psychotherapeut nennen. Sie sind zuständig für die Diagnostik und Psychotherapie von psychischen Erkrankungen, also zum Beispiel Depressionen, Zwangsstörungen oder Essstörungen. Sie behandeln ihre Patienten mit z.B. Verhaltenstherapie. Tiefenpsychologische, analytische und systemische Therapie ist ebenfalls wissenschaftlich anerkannt und wird bei approbierten (staatlich zugelassenen) Psychtherapeuten von der Krankenkasse bezahlt. Psychotherapeuten dürfen keine Medikamente verordnen. Neu ist, dass wir uns gerade in einer Übergangsphase befinden, denn seit Kurzem gibt es auch den Studiengang Psychotherapie, der die oben genannte Ausbildung ablösen soll.

Zusätzlich zu den von der Krankenkasse bezahlten Möglichkeiten gibt es auch die Möglichkeit seine Behandlung selbst zu bezahlen. Dies geht entweder über privat zu zahlenden Psychotherapeuten (diese haben beispielsweise keine Kassenzulassung, die sehr rar vergeben wird, erhalten und arbeiten deshalb in ihrer Privatpraxis).

Wer auch psychische Erkrankungen diagnostizieren und behandeln darf sind Heilpraktiker für Psychotherapie. Diese Personen haben eine schriftliche und mündliche Prüfung beim zuständigen Gesundheitsamt abgelegt. Heilpraktiker für Psychotherapie werden von den Patienten selbst bezahlt. Leider stehen diese immer wieder stark in der Kritik. Was mir unverständlich ist. Die meisten haben eine sehr fundierte Ausbildung, ein Therapieverfahren gelernt und sind in permanenter Fortbildung. Sie sind sich ihrer Grenzen bewusst und können oft, durch die Wahlfreiheit der Therapiemethode, sehr hilfreiche Therapien anwenden. Diese Flexibilität haben kassenzugelassene Psychotherapeuten nicht. Außerdem können sie die Dauer und Länge der Therapie individuell an den Bedarf des Patienten anpassen und müssen sich nicht an die Vorgaben der Krankenkassen halten. Dies kann enorme Vorteile für den Patienten bringen. Wie auch unter Ärzten und Psychotherapeuten gibt es auch hier schwarze Schafe, weshalb es immer ratsam ist, sich zu erkundigen. Auch Heilpraktiker für Psychotherapie dürfen keine Medikamente verordnen oder körperliche Untersuchungen durchführen.

Zusätzlich zu diesen drei Berufsgruppen, die hauptsächlich für psychische Erkankungen, wie z.B. Depressionen, Essstörungen oder Zwangsstörungen zuständig sind, gibt es auch noch psychologische Berater und Coaches. Die Problematik an diesen Berufsgruppen ist, dass die Begriffe nicht geschützt sind. So kann sich leider jeder ohne fundierte Aus- und Fortbildung Coach oder Berater nennen. Dies bietet allerdings gleichzeitig auch enorme Vorteile, wie Flexibilität in der Arbeitsweise.

Psychologische Berater/innen bzw. Coaches sind nicht für (psychische) Krankheiten zuständig, sondern für allgemeine Schwierigkeiten, die das Leben so mit sich bringt. Und weil das sehr viele und sehr unterschiedliche sein können, haben sich die meisten auf ein Thema spezialisiert. Diese Berufsgruppe wird von dem Klienten selbst bezahlt. Hier werden die verschiedensten Themen besprochen und auf unterschiedliche Weise gelöst. Ich zum Beispiel habe mich auf Familien und Eltern spezialisiert. Alle Themen, die diesen Bereich betreffen, seien es Fragen in der Erziehung oder Themen aus der eigenen Vergangenheit, die das Familienleben beeinflussen, bei mir können diese besprochen werden. Ich arbeite mit dem systemischen Ansatz. Dieser ist wissenschaftlich anerkannt. Aber auch aktuelle Krisen, wie der aktuell geltende Lockdown aufgrund von Corona, der sehr vielen Familien aus unterschiedlichen Gründen zu schaffen macht, sind Dinge, die in diesem Rahmen besprochen werden. Es werden Lösungen gefunden, auf die man allein nicht gekommen wäre. Es werden Ressourcen aktiviert, von denen man nicht wusste. Sie können Ihr Anliegen jemanden anvertrauen. Sie müssen dazu keine psychische Erkankung haben. Trotzdem sind Sie wichtig genug, dass sich jeman Ihrer Sorgen und Probleme annimmt und Sie sind sich wichtig genug, sich Unterstützung zu holen, wenn Sie es allein nicht schaffen. Sie sind damit nicht allein. Das Leben ist schön, aber leicht ist es nicht.

Glückshormone und wie man sie austrickst:

05.11.2020

Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit und dem Lockdown light stellt sich bei vielen Menschen eine eher gedrückte Stimmung ein. Um so wichtiger ist es, sich dessen bewusst zu sein und aktiv dagegen etwas zu tun. Das ist meist gar nicht kompliziert oder schwer.

Zu den Glückshormonen zählt man Dopamin, Serotonin, Oxytocin und Endorphine. 

Dopamin: Dieser Botenstoff ist enorm wichtig für alles was mit Lernen, Belohnung und Motorik zu tun hat. Leiden wir unter Dopaminmangel kann sich das unter anderem an Motivationslosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Müdigkeit bemerkbar machen. Es kann sein, dass wir Bewegungsstörungen haben, was sich z.B. in der Koordiantion von Armen und Beinen wiederspiegelt. Dopamin wird ebenso ausgeschüttet, wenn es um Belohnung geht. So können wir unseren Körper ein klein wenig austricksen, in dem wir uns kleine Zwischenziele stecken, die viel leichter und öfter erreicht werden, als große. Haben wir diese erreicht, sollten wir das feiern und uns belohnen. Wichtig: Eine Belohung ist nicht immer etwas zu essen;)

Auch ein sehr nützlicher Trick: Beende eine Aufgabe, die noch offen rum liegt, etwas erledigt und geschafft zu haben führt zur Dopaminausschüttung und macht uns glücklicher. Auch interessant zu wissen ist, dass der Körper je öfter er Dpomain ausschüttet, sicher eher daran erinnert und es vermehrt bildet. Lassen wir unsere Dopaminproduktion „verkümmern“, fällt es dem Körper viel schwerer und er schüttet allgemein weniger aus.

Serotonin: Wird benötigt um Informationen zu verarbeiten und weiterzuleiten, außerdem sorgt es für gute Laune und ist somit ein wichtiger Faktor für dein Wohlbefinden. Um keinen Serotoninmangel zu erleiden hilft es, wenn du dir regelmäßig Ruhezeiten gönnst und dich dabei entspannst. Gehe nach draußen und tanke viel Sonnenlicht, hilfreich kann hierbei auch eine Tageslichtlampe sein, die dir beim Aufwachen hilft oder die du für eine Stunde neben deinem Arbeitsplatz plazierst. Auch wenn das bekannt ist, kann man es nicht oft genug sagen: Eine ausgewogene Ernährung, mit viel Gemüse und Obst ist wichtig. Auch wenn die Weihnachtszeit vor der Tür steht. Regelmäßig sportliche Aktivität erhöht deinen Serotoninspiegel. Geh joggen oder wenigstens spazieren, mache ein 10 Minuten Workout oder laufe zu Fuß zum Bäcker, wichtig ist, sich regelmäßig und moderat zu bewegen, am besten an der frischen Luft. Nimm dir nicht zu große Spaziergänge oder Laufrunden vor. Es genügen 10-15 Minuten täglich.

Oxytocin: Der unter dem Namen „Kuschenhormon“ bekannte Botenstoff ist vielen im Zusammenhang einer Liebesbeziehung bekannt. Dabei ist Oxytocin für alle sozialen Bindungen wichtig. Es fördert das Vertrauen, zusätzlich reduziert es Stress und entspannt. Gerade jetzt zu Corona Zeiten, wenn menschliche Kontakte reduziert werden, hilft es vielleicht zu wissen, wie wir die Ausschüttung fördern können. Kuscheln mit dem Partner und der eigenen Kinder. Umarme deine Familie, sofern es unter den aktuellen Bedingungen vertretbar ist. Verbringe mit deiner Familie kuschlige Abende auf der Couch. Spiele und kuschel mit deinen Haustieren, streichel sie und setze dich zu ihnen. Ebenso helfen soziale Interaktionen, sei es Kontakt über Social Media, Austausch über verschiedene Messengerdienste (Textnachrichten, Sprachnachrichten, Bilder- und Videoaustausch) oder lange Telefonate mit lieben Menschen, die dir viel bedeuten. Im Übrigen fand die Universität in Bonn heraus, dass Oxytocin Männer sensibler macht und die Fähigkeit verbessert sich in andere Menschen hineinzuversetzen.

Endorphine: Für Extremsituationen und Euphorie benötigt unser Körper Endorphine. Außerdem wirken sie schmerzlindern. So werden Endorphine ausgeschüttet, wenn wir einen Unfall haben, in einer Achterbahn fahren oder auch bei sehr schönen und positiven Ereignissen. Dieser Botenstoff ist dafür verantwortlich, wenn wir uns wie in einem Rausch fühlen. In kleineren Dosen lässt er sich aber gut austricksen und wir kurbeln unsere persönliche Endorphineproduktion an, in dem wir zum Beispiel viel lächeln und lachen. Man kann sich da sehr gut selber austricksen. Lächel Menschen an, lache über Witze. Schau dir lustige Filme und Serien an und sei dir nicht zu schade lauthals mitzulachen. Schaue mit jemanen zusammen, der auch laut lacht. Geh an der frischen Luft Joggen und genieße das Glücksgefühl das sich breit macht, wenn du die kühle Luft und die leichten Sonnenstrahlen in deinem Gesicht spürst. Gönn dir ein Stück dunkle Schokolade, die unterstützt dich nämlich ebenfalls bei deiner Endorphineausschüttung.

Warum holen wir uns keine Hilfe

18.11.2020

Immer wieder kommt man in seinem Leben an einem Punkt, an dem man eigentlich genau weiß, dass man alleine nicht weiterkommt. Aber warum holen wir uns dann keine Hilfe? Warum tragen wir unsere Last und unsere Sorgen so lange mit uns herum, in der Hoffnung, dass sie von alleine wieder verschwinden?

Zum einen neigen wir dazu uns zu schämen. Bei anderen wirkt alles immer leicht und einfach und es fühlt sich an, als sei man der Einzige, der es nicht hin
bekommt. Doch so ist es nicht. Wir alle tragen unser Päckchen mit uns herum,wir alle haben Schwierigkeiten. Vielleicht jeder etwas anderes, aber im Grunde
sind wir uns alle ähnlich, irgenwo drückt meistens der Schuh. Bei anderen können wir das nur nicht erkennen, weil wir immer nur einen Teilausschnitt deren Lebens sehen können und nie alles. Das Problem dabei ist, das was wir nicht sehen können, wirkt auf uns so, als sei es nicht vorhanden. Beobachte doch deine Mitmenschen einmal ganz genau und mit wachem Auge. Wo liegen deren Probleme, die du vielleicht zuerst gar nicht gesehen hast, weil du so sehr auf eine Defizite konzentriert warst? Und selbst wenn es alle anderen doch besser hinbekommen sollten, so ist es doch legitim sich „Nachhilfe“ zu holen, damit man selbst auch besser werden kann. Es gibt keine Grund sich schlecht zu fühlen, nur weil man sich Hilfe sucht, im Gegenteil, es zeigt, dass du Verantwortung übernimmst für dein Leben.

Ein großer Punkt ist auch, dass man „ja nicht verrückt ist“. Richtig! Alle Menschen haben Höhen und Tiefen und deshalb sollte man auch nicht alle Klienten zu Patienten machen. Sich Unterstützung zu holen bedeutet nicht, dass man eine Krankheit hat. Es bedeutet, dass man etwas für sich tut. Deshalb muss man mit Problemen, die kein Krankheitsbild aufweisen auch nicht unbedingt zu einem Psychotherapeuten. Ein Coach oder ein psychologischer Berater kann eine gute Ergänzung im Leben sein, um den eigenen Weg wieder zu finden.

Wir alle kehren generell Dinge gerne unter den Teppich. Sind sie nicht sichtbar, muss man sich nicht darum kümmern. Geht man jetzt zu einem Therapeuten oder einem Berater, so müsste man dem Problem Aufmerksamkeit schenken, man kann dann nicht mehr so tun als wäre es gar nicht da. Und das kostet enorme Überwindung. Aber Dinge unter den Teppich zu kehren ist wie, nicht kochen wollen, aber den Herd anlassen. Entweder brennt alles an, oder wenns blöd kommt fackelt das ganze Haus ab. Dabei hätte man nur den Herd abdrehen müssen.